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SIMON GEHRIG

Die Kriminalisierung des Bayerntickets

Heute ging das Thema “Bayernticket-Schlepper”, neben Merkels Mobiltelefon, groß durch die sozialen Netzwerke. Gerade habe ich diesen Artikel in der SZ gelesen und konnte meinen Augen kaum trauen. _DSC0907Darin steht:

"Zudem kassierte die Bahn von den 18 Mitfahrern, die bei den Kontrollen geschnappt wurden, eine "Fahrpreisnacherhebung" in Höhe von jeweils 40 Euro."

Das ist ja sehr beruhigend dass man als "Betrogener" nochmal saftig nachzahlen darf. Schließlich weiß ja jeder dass er mit einem "Schlepper" fährt. Die Kriminalisierung der Leute die aus einem unausgereiften Tarifsystem Geld schlagen finde ich etwas grenzwertig, dennoch aus Unternehmenssicht bestimmt eine Möglichkeit so etwas in den Griff zu bekommen. Mitfahrer allerdings im gleichen Zug (man beachte das Wortspiel :) ) als Schwarzfahrer abzustempeln ist meiner Meinung nach unter aller Würde.

Außerdem stellt sich mir die Frage in wie weit sich die Bahn, wie im Artikel gesagt, kosten spart wenn sie Mitarbeiter neben den Automaten platziert und zusätzlich Fahnder in die Züge setzt. Bei der beschriebenen Erfolgsquote, acht "Schlepper" in elf Tagen geht sich das nur bedingt aus. Wenn ich unter Vernachlässigung der Lohnnebenkosten von einem bescheidenen Stundenlohn von 10 Euro ausgehe müsste ein solcher "Schlepper" täglich einen Schaden von mehr als 220€ Anrichten. Und das auch nur wenn ein Automatenkontrolleur, sowie ein Fahnder mit dieser Quote zusammenarbeiten.

In der Realität wird diese Rechnung deutlich drastischer ausfallen. Dann wird nicht nur ein Automat besetzt sein müssen, sondern hunderte in Bayern und um die Reisegruppen adäquat überwachen zu können müssten wahrscheinlich dutzende von Fahndern in den Zügen mitreisen. Aber das wäre ja mal wieder ein Grund warum die Preise nach oben gehen dürfen. Anderenfalls dürften die Mitarbeiter wohl nicht nur am Bahnhof arbeiten, sondern auch gleich dort schlafen.

Das alles ganz abgesehen vom Imageschaden den sich die Bahn auf ein neues selbst zufügt. Vor diesem Hintergrund bin ich froh dass der Bahn das Fernverkehrsmonopol genommen wurde und sich Fernbusse zunehmend am Markt etablieren.

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