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SIMON GEHRIG

Ringlicht review

Die LeuchteWie die meisten wahrscheinlich schon über Facebook mitbekommen haben, habe ich mir letztens ein Ringlicht geleistet. Gekauft habe ich mir dabei ein Walimex 75W Dauerlicht für ca. 150€ über Amazon. Für das Geld dachte ich, kann man wenig falsch machen. Eine Ersatzröhre kostet 30€. Unsicher war ich mir schon ob 75 Watt in einer Neonröhre genügend Leistung zum Fotografieren bringen.

Im großen und ganzen schafft das Licht genau zwei Möglichkeiten: Eine schöne, flächige Ausleuchtung bei Produktfotos und bei Portraits kann ein extrem surreales Augenlicht erzeugt werden. Bei Produktfotos ist die Leistung unter Umständen gar kein Problem, da sowieso auf einem Stativ geschossen wird. Bei Portraits sieht das aber wieder anders aus.

Naja einfach mal ausprobieren. Ich habe schon öfters mit dem Gedanken gespielt mir einen Ringblitz zu kaufen, war allerdings immer von den relativ hohen Preisen schnell abgeschreckt und habe es – weil der Nutzen in meinem Fall den Preis in keiner Form rechtfertigt – dann doch immer gelassen.

Mit GegenlichtDas Licht war auch prompt am nächsten Tag bei mir und ich habe sofort etwas herumprobiert. Da es Mittag war und ich alleine bin ich vor den Spiegel im Bad und habe gleich einmal mit Gegenlicht gearbeitet. Dabei lässt sich auch schön die Lichttemperatur der Röhre testen. Die wird angegeben mit 5500K. Bei meinen Versuchen lag sie eher im Bereich 4500K und hatte einen leichten Grünstich.

Das macht die Verwendung mit Studioblitzen oder in Kombination mit Sonnenlicht schon eher schwierig zumindest ohne die Lichter farblich etwas aufeinander anzupassen. Die Temperatur der Röhre ist auch auf dem Bild eindeutig zu warm für mittleres Tageslicht. Die Verwendung alleine ist allerdings natürlich kein Problem – einen vernünftigen Weißabgleich vorausgesetzt. Auch die Leistung sollte halbwegs ausreichend sein. Bei ISO 400, Blende 2,8 und einer Verschlusszeit von 1/160 Sekunde lassen sich durchaus Portraits schießen.

ProduktfotografieDie Verarbeitung des Lichtes ist, sagen wir, wie zu erwarten. Großartige Schläge oder ähnliches will ich dem Ring nicht zumuten müssen. das Gehäuse ist aus Plastik, genauso wie die Stativhalterung zu einem großen Teil. Diese lässt sich nach vorne und hinten neigen und trägt das Gewicht der Lampe. Allerdings gibt es auch eine Vorrichtung zum befestigen einer Kamera, und diese sollte definitiv nicht in angewinkeltem Zustand dort befestigt sein, zumindest wenn man sie nicht auf Teufel komm raus loswerden möchte.

Das Stromkabel ist leider fest mit dem Gehäuse verbunden und nicht wie bei vielen Anderen Lichtern mit einem C13-Stecker (Kaltgerätestecker). Dies geht womöglich auf Kosten der Langlebigkeit des Gerätes, denn bei einem Kabelbruch kann man dieses dann wahrscheinlich komplett entsorgen.

PortraitIm großen und ganzen ist das Licht schon brauchbar. Mit einigen kleineren Mängeln verbunden, aber für den Preis OK. Mir war klar dass ich für 150 € kein Wunder erwarten darf, wollte aber auch nicht das Geld zum Fenster hinaus werfen. Den Kompromiss kann man auf jeden Fall eingehen, wenn es einem darum geht, ein witziges Effektlicht für Portraits zu haben. Für Produktfotos mit Stativ kann man nicht viel falsch machen, da das Licht dort sowieso meist alleine verwendet werden wird und die Leistung nicht ausschlaggebend sein sollte. Bei der Ausleuchtung größerer Flächen kann außerdem ein Effekt à la Terry Richardson erzeugt werden.

Fazit: Das Licht ist eine schöne Spielerei für verhältnismäßig wenig Geld. Nicht mehr. Nicht weniger.

Trashiger Effekt beim Ausleuchten größerer Flächen

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